Archiv der Kategorie: Diverses

Gatka und Shastar Vidya

Eigentlich wollte ich mir nur ein paar Zeilen zur Atmung im Yoga notieren, aber dann wurden daraus wieder viele Stunden mit Religion, Philosophie, Kundalini und Vergleichen der indischen und chinesischen Kulturgeschichte.
Dabei stieß ich auf Gatka.

Zuerst ein paar Punkte meines Streifzuges:
Chinesische Philosophie
Die Anfänge der chinesischen Philosophie reichen bis weit in das zweite vorchristliche Jahrtausend zurück.
aus Wikipedia:

Zu ihren zentralen Fragestellungen gehörte von jeher die Ordnung des Kosmos wie auch die Stellung des Menschen in ihm. Sehr alt ist die Lehre vom Urprinzip Dao sowie dem der Welt immanenten Gegensatz von Yin und Yang. Später entwickelten sich auf ihrer Grundlage zahlreiche Lehren, von denen die bekanntesten der Konfuzianismus, der Daoismus und der Legalismus sind. Stets waren ausgeprägte synkretistische Tendenzen zu beobachten, in deren Rahmen teilweise auch von außen importierte Lehren wie der Buddhismus mitaufgenommen und sinisiert wurden. Aufgrund teilweise völlig unterschiedlicher Paradigmen, Fragestellungen und Herangehensweisen wird teilweise bestritten, ob die chinesischen Denktraditionen überhaupt als Philosophie im Sinne der westlichen Tradition angesehen werden können.

Indische Philosophie
Seit der Zeit der Upanishaden (9.–6. Jh. v. Chr) kann man in Indien von einer entwickelten Philosophie sprechen. Die Ursprünge reichen jedoch in das 2. vorchristliche Jahrtausend zurück.

aus Wikipedia:

Zentrale Themen bilden Samsara (Wiedergeburt), Karma („Gesetz der Tat“) und Dharma (kosmische Ordnung). Von den sechs orthodoxen indischen Systemen (d.h. die die Autorität des Veda anerkennen) sind Vedanta, Yoga und Samkhya die wichtigsten. Zu den sog. heterodoxen Systemen zählen der Jainismus und die verschiedenen buddhistischen Schulen.

Interessant ist auch, dass die indische Verfassung den Hinduismus so definiert, dass er auch den Jainismus, Buddhismus und Sikhismus umfasst.

Über Kundalini, Kundalini-Yoga und Nadis (es gibt 72 000), also mehr als Meridiane
kam ich schließlich zu Gatka.
Auf innere-kraft-64.de lese ich „Die Gatka Techniken“. Zitat:

Zusammengesetzt ist Gatka aus wenigen einfachen, kreisenden Grundbewegungen, die frei und fließend ausgeführt und beliebig miteinander kombiniert werden können, so dass man Gatka regelrecht tanzen kann. Ziel ist, diese Grundbewegungen zu natürlichen Bewegungen des Körpers zu machen und zu Reflexen..

und dass man sich mit Gatka einen beweglichen und ausdauernden Körper und einen konzentrierten Geist, der unvoreingenommen und ohne Angst oder Haß den Problemen des Lebens begegnet, erwerben kann.

Wer denkt immer noch nicht an Taijiquan? Höchstens diejenigen, die noch nie etwas davon gehört haben.
Naja, ich werde mir das jedenfalls näher ansehen, auch wenn ich es bestimmt nicht lernen möchte, da mir Chen Taijiquan völlig genügt.

Dazu merke ich mir noch schnell ein paar Webseiten:
Gatka und Shastar Vidya

Shastar Vidya
Shastar Vidya
Sikh-Forum

Handelsgericht Wien sperrt movie4k.to und kinox.to – Alternativen gibt es unzählige

Nachtrag am 10.01.2015: Ich habe die Seite gerade ohne Add-Blocker aufgerufen und kann nur sagen: „Ein großer Verlust ist es wirklich nicht, wenn die Seite gesperrt wurde“. Unzählige Porno-Werbungen poppen da auf und als ich dann nach vielen, sehr unappetitlichen Hindernissen endlich zu einem Film kam, war dieser in einer unsagbar schlechten Qualität. Vermutlich wurde er mit einem Handy im Kino aufgenommen. Also da versäumt man wirklich nicht viel, wenn diese Seiten gesperrt werden. Abgesehen davon, gibt es heute schon viele kostengünstigen Anbieter, wo man sich um Legalität keine Gedanken machen muss.


Das Thema war schon im März 2011 aktuell Alternativen zu kino.to, movie2k.to und Co. Da habe ich schon ein paar Alternativen angeführt, wie

“online-schauen.com”
“2kino.net/”
“Kinodeutschland.com”
“flash-moviez.tv”
“www.kinokiste.com/”
“www.mega-stream.to/”
“www.monsterstream.info/”
“www.megavideo.com/”
“www.online-moviez.com/”
“www.cine24.tv”
“streamload”
“movie-stream.to”
“DokuStream.org”
“rapidvideo.com”
“www.videobb.com”
“video2k”
“www.novamov.com”
“wwitv.com”
“filmefinden.com”
und im Kommentarbereich (über 80 Kommentare) finden sich noch einige weitere.
Im Juni 2013 gab es noch mehr Seiten, die Links auf ghostete Videos sammelten, siehe Alternativen zu movie2k und wenn das so weiter geht und sich immer wieder Schildbürger finden, die die Seiten sperren, die nur Links anbieten, dann wird vermutlich bald jeder Blog direkt auf die Videos (Filme) linken.

movie4kDas Handelsgericht Wien hat sich also als Meisterleistung, den Geniestreich gegönnt, Movie2k und Kionx zu sperren. Was ich schon sehr interessant finde, weil sich dort die gleichen Links, wie auf https://www.movie2k.tl/ finden. Abgesehen davon, wurde die Domain ohnehin schon oft gewechselt, genau so wie bei der ehemaligen Seite kino.to. hoster
Ganz besonders gescheit finde ich, dass die Seiten, die auf die Hoster linken gesperrt werden. Also die Seiten, die ohnehin nur Links enthalten werden gesperrt, aber die Seiten, auf denen sich die „illegal“ hochgeladenen Videos befinden, sind nach wie vor zugänglich. Schilda lässt grüßen, dumm ist eben nicht dumm genug, es muss schon extrem blöd sein, was wir machen. Wundert mich, dass sie die Streams nicht mit einem Sack einfangen und aus dem Internet tragen wollen.
Das ist natürlich eine Behinderung der Religionsausübung der Kopimisten – soviel zur Religionsfreiheit in Österreich. Das ist sarkastisch gemeint, was ich dazu schreibe, denn wer so dumm ist, könnte auch das missverstehen.

Dazu ein Zitat von futurzone.at

Stellungnahme der Politik

Für Niko Alm, Sprecher für Netzpolitik der Partei NEOS, „wird Wieder einmal an dieser Stelle nur Kosmetik betrieben. Die Sperrung dieser beiden Streamingportale kann das Problem illegal im Internet angebotener Inhalte nicht lösen, nur kaschieren und verschieben.“ Alm schlägt als Lösung eine Förderung der legalen Streaming-Anbieter vor, indem etwa auf EU-Ebene bessere Rahmenbedingungen für Contentanbieter geschaffen werden.

Andreas Czák, Netzpolitiksprecher der Piratenpartei Österreichs, findet harte Worte für die Netzsperren: „Hier beweist die Copyrightindustrie wieder mal ihre Ahnungslosigkeit vom Internet. Schlimm ist es, dass diese Ahnungslosigkeit strukturell bis in die höchsten juridischen Kreise im EU-Gerichtshof geht.“ Auf der Website der Piratenpartei ist eine E-Mail-Vorlage zu finden, um „den VAP’lern die Sinnlosigkeit ihrer Versuche vor Augen zu führen.“

Netzsperren umgehen

Bei UPC wurden die Netzsperren der beiden Websites bereits umgetzt. UPC-User können mit Tricks dennoch die Streaming-Portale aufrufen. So sind die Websites derzeit noch über die IP-Adressen 91.202.63.160 (movie4k.to) und 91.202.61.170 (kinox.to) aufrufbar (Stand: 2. 10., 19:17).

Je nach der technischen Umsetzung gibt es mehrere Arten die Netzsperren zu umgehen. Mögliche Methoden sind etwa das Ändern des DNS-Servers direkt am Router/Gerät, das Nutzen von Diensten wie Tor oder kostenpflichtige VPNs.

Einen ausführlichen Bericht zu technischen Möglichkeiten der Umgehung von Netzsperren gibt es hier: Wie Netzsperren umgangen werden können

Aber wie oben gesagt, man muss die Sperren gar nicht umgehen, sondern einfach auf die neuen Adressen gehen, oder direkt auf die Hoster, wo sich die Videos befinden.

Übrigens, falls jemand auf extrem brutale Horror- und Kriegsfilme steht, den kann ich nur CNN, BBC oder Euronews empfehlen.

Vor vielen Jahren (mehr als 15) habe ich mich über anonyme Proxies, Maleware, Hacker, Kreditkartenbetrüger usw. geärgert und vor allem darüber, dass meine signierten Emails nicht akzeptiert wurden (der beste Schutz gegen Spam). Damals war mir schon klar, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder man akzeptiert Anonymität im Internet, oder man sorgt auf internationaler Ebene weltweit dafür, dass man nur nach Identifikation Zugang zum Internet hat. Dann müssten natürlich auch illegale anonyme Proxies gesperrt werden und zwar alle auf der ganzen Welt. Sonst machen lokale Sperren einzelner Seiten so viel Sinn, wie Licht mit einem Sack aus einem Raum tragen. Für solche Aktionen werden die Spezialisten, die sich so einen Schwachsinn einfallen lassen dann auch noch bezahlt. Das ist das wirklich traurige an der ganzen Angelegenheit.

Hochwasserschutz

Natürlich haben die Betroffenen meine Anteilnahme, aber hier möchte ich mir ein paar Gedanken zum Hochwasserschutz an und für sich notieren.
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=bdaJ_YWXI-Y]
Ich bin weder ein Experte für Hochwasserschutz, noch für Ökosysteme, aber ich lebe in der Krie-au. Als neugieriger Mensch, weiß ich zumindest, was die Wikipedia dazu sagt:

Der Name leitet sich von Kriegsau ab: Um den Besitz des Areals gab es ab Mitte des 16. Jh. fast sieben Jahrzehnte lang Streit zwischen dem Stift Klosterneuburg und der Stadt Wien, bis die Krieau 1618 Wien zugesprochen wurde[1].

Die Krieau war eine immer wieder überschwemmte Au und bildete eine fast unbewohnte Insel der unregulierten Donau, auf der Treibjagden stattfanden. Auf einem Praterplan von 1825[2] wird die Grünaue (sic!) im Norden, Westen und Süden vom Heustadelwasser, einem Donauarm, eingefasst, im Osten vom Hauptstrom. Das Heustadelwasser floss damals, von anderen Armen des Stromes nahe der heutigen Messe Wien abzweigend, über das Gelände der heutigen Trabrennbahn Krieau zur Hauptallee des Praters, nahm dann den heutigen Verlauf und mündete nahe der heutigen Stadlauer Ostbahnbrücke und dem Lusthaus in breitere Donauarme. Auf der Insel befanden sich ein Jägerhaus, ein Heustadel und Mühlen sowie Auwald und Wiesen…..

Meine absoluten Lieblingsorte bzw. -gegenden seit meiner Jugend, sind die Donauinsel, die Lobau und trotz der vielen Gelsen, die Auen entlang der Donau bis Hainburg. Unzählige, unvergessliche Stunden wanderte und radelte ich durch diese Gegenden. Einzigartige Erholungsgebiete mit einer einzigartigen, vielfältigen Flora und Fauna. Mit ein paar Milliarden Euro kann man sie verbauen, zubetonieren, Dämme bauen und wirtschaftlich gewinnbringend nutzen. Hainburg und Bratislava müssen dann eben noch mehr Milliarden für Hochwasserschutz ausgeben, aber Garantie auf keine Schäden können sie trotzdem sicher nicht bekommen, wie es in Schilda eben so üblich ist.

Auf der Website vom Naturschutzverband Sachsen lese ich dazu:
Der Betonwahn der Wasserbauer:

Warum gibt es Hochwasser? „Hochwasser ist ein Naturereignis wie ein Sturm. Hochwasser entsteht, wenn besonders ergiebige Regenfälle von den Böden nicht oder nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Erde noch gefroren oder vom vorausgegangenen Regen völlig durchtränkt ist. Im Flusseinzugsgebiet der Alpen spielt die Schneeschmelze eine Rolle. Dort gibt es Hochwasser eher im Frühsommer. Hochwasser kann aber grundsätzlich zu allen Jahreszeiten auftreten.“ Fluss und Aue brauchen Hochwasser und Überschwemmung – Menschen brauchen naturnahe Flüsse und Auen“ Die Dynamik von Hoch- und Niedrigwasser im Laufe eines Jahres, große Überschwemmungen im Abstand von Jahren oder Jahrzehnten und auch die Jahrhundert-Katastrophen sind alle Grundbedingung und notwendiges Element der Natur von Fluss und Aue in Mitteleuropa. Hochwasser und Überschwemmungen kennzeichnen natürliche und naturnahe Flüsse und ihre Auen. Die Flussauen gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten in unserer Landschaft. Ihre Größe, ihre Besonderheit und ihr Artenreichtum sind von ihrer Überschwemmung durch den Fluss abhängig. Die Tiere und Pflanzen der Auen sind an die Dynamik des Wassers angepasst bzw. auf sie angewiesen. Bleibt das Hochwasser aus, werden sie verdrängt und sterben langfristig aus. Die Kraft der großen Hochwasser gestaltete ….

Auf der Seite findet sich auch ein interessantes pdf-Dokument über „Ökologischer Hochwasserschutz bzw. Hochwasser: Vom Naturereignis bis zur Katastrophe“.
Die Katastrophe ist noch nicht einmal ausgestanden, geht es schon um Schadenersatz und die Politiker reden, reden und versprechen: „Egal wieviel es kostet ….“
Nun, liebe Leute – Intelligenz ist nicht käuflich und das Geld, das ihr in den sogenannten Hochwasserschutz investiert, solltet ihr vielleicht in natürliche Auen, als Erholungsgebiet für Mensch, Tier und Pflanze investieren, die nicht verbaut, zubetoniert und wirtschaftlich genutzt werden. Wenn ihr aber jeden Quadratmeter bis hin zum Flußbett wirtschaftlich Gewinn bringend nutzen wollt, dann dürft ihr weiter über die Gesetze der Physik nachdenken. Das Wasser muss irgendwo hin. Wenn es nicht in den Boden kann, muss es sich ausbreiten oder es wird sehr schnell, wenn es eng und hoch wird. Das könnt ihr nicht ändern!
Natürlich könnt ihr mit Billionen Euro ganz hohe und ganz sichere Dämme bauen, also eine künstliche Karstlandschaft betonieren. Das ist zwar genau so schildbürgermäßig, wie viele andere Entwicklungen, aber ich sehe die Tendenz dazu, denn es belebt die Wirtschaft.
Wie erwähnt, ich bedauere die geschädigten Betroffen und ich bin kein Experte, sondern ich mache mir zu der Katastrophe nur meine eigenen Gedanken und Notizen.

Weblinks:
Hochwasser-Großalarm an der Donau
Hochwasser in Österreich
Wie gut ist der Hochwasserschutz in Österreich?

Begegnung mit einer Sirene

Sirenen singen nicht, um des Gesanges willen, also um ihren Gesang hören zu lassen!
Seit gestern frage ich mich, ob es Sirenen wirklich gibt. Ich hatte ja immer schon den Verdacht, dass es sich dabei um ein Sinnbild für Musik, oder um irgend eine Metapher handeln könnte. Irgendwann sah ich dann ein Bild von Ozzy Osbourne und meinte daneben Sirenen abgebildet zu sehen. Ach nein, es waren doch nur mumienhaften Mädchen, wie auf Satan als Rock- und Okkult-Manager erklärt wird.
Ob Rockmusik böse ist und vom Teufel erschaffen wurde, um Seelen zu sammeln und in willenlose Sklaven der Hölle zu verwandeln interessiert mich nicht, weil Luzifer männlich ist. Wäre er ein hübscher weiblicher Engel, könnten wir darüber reden, aber so wollte ich mich lieber an meinen Sirenen festhalten. Nur dass die meisten MusikerInnen, die mir gefallen leider nicht viel mit Sirenen gemeinsam haben, es sei denn, man sieht in ihnen, ganz geschlechtsneutral, die Ikonen der 68er. Aber über New Age bin ich auch schon hinaus gealtert. Immer auf der Suche nach Filmen und nach Musik die mir gefällt, stolperte ich dann gestern zufällig über den Dokumentarfilm „Heil Hitler – Die Russen kommen“, den ich mir ansehen werde und dann begegnete mir eine Sirene in House of Pain auf FM4, einer meiner bevorzugten Radiosender neben Radio Wien. „Im Sumpf“ und La Boum de Luxe sind ebenfalls Knotenpunkte, wie man leicht am Fahrplan erkennen kann.
Was bewirkte nun die Sirene? Wie sah sie aus? Was sang sie? Ohne Gestalt (Radio) verführte sie mit Musik, die auf oben angeführter Seite nachhörbar sein wird und sie bewirkte, dass ich nicht sofort den Sender wechselte und so vom miesesten Müll aller Zeiten und Welten mit der Zentralfigur Bruce LaBruce geistig vergewaltigt wurde. Leider kann ich die Sendung nicht ungehört machen, aber in Zukunft überlege ich mir die Wahl meines Senders, denn so einen Müll, nicht Mühl, muss ich mir wirklich nicht zu Gemüte führen. Gute Musik hin – gute Musik her, da ist bei mir einfach die Toleranzgrenze überschritten – das Werk von Bruce LaBruce ist für mich wirklich absolut kranker Mist, das sich als Kunst ausgibt und der nicht einmal ignoriert, aber niemals gesehen oder gehört gehört. Die Sendung war somit meiner Meinung nach nicht geeignet für Leute unter 150 Jahren.
Für mich ist es nicht ganz zu spät, obwohl mich eine Sirene in die Falle lockte und in die Tiefe reißen wollte, denn solche Gewässer kann man ja auch meiden.

Weblinks & Bildquelle:
Christen kontra Rockmusik
Ich hatte zwar schon das gleiche Bild am Schottentor aufgenommen, aber leider irgendwo verlegt, weshalb ich obiges von FB Radioszene verwende, falls die nichts dagegen haben; vielleicht finde ich bei Gelegenheit ja wieder mein eigenes.

Was habe ich gelernt: „Das Deckmäntelchen Kunst wird nicht nur politisch missbraucht, sondern auch für abartige Perversionen – dieses Phänomen bezeichne ich als die „Sirenen von heute“, wenn es sich bei der Kunst um Musik oder Tonfilm handelt. „

Tagebucheintrag – Weihnachtspanik

Ganz im Sinne der Erfindung benutze ich heute mein Blog einmal für einen Tagebucheintrag.
Besondere Begebenheiten: Erstens bin ich soeben erfolgreich einer Dachlawine ausgewichen und zweitens habe ich heute meine Weihnachtspanik vielleicht wieder etwas besser in den Griff bekommen.
ad 1) keine weiteren Anmerkungen – ich war einfach schnell
ad 2) Seit Jahrzehnten habe ich eine Weihnachtspanik, die manchmal etwas heftiger und in manchen Jahren etwas milder ausfällt. Meist kündigt sie sich durch ähnliche Albträume an, wie den, den ich vorige Woche (heuer bin ich früh dran) hatte.

Ich sehe mich in eine wunderbare Landschaft laufen. Vor mir ausgedehnte Wiesen in saftigem Grün und ganz weit hinten die Berge. Zu diesen Bergen möchte ich laufen, aber es wird anstrengend, anstrengender und schließlich ganz mühsam und ich komme nicht voran. Ich blicke zur Seite und bemerke entsetzt, dass ich mich nach rückwärts bewege. Ich blicke verzweifelt zu meinen Füßen auf den Boden und sehe, dass ich auf einem Laufband laufe, welches auf Rädern in die andere Richtung, also zurück rollt. Verblüfft bleibe ich stehen – stürze und wache auf.

Solche Träume, kurz vor Weihnachten, deuten meist auf eine sich anbahnende Weihnachtspanik hin. Manchmal, wie voriges Jahr zum Beispiel, bleibt mir die Weihnachtspanik überhaupt erspart. Heuer hat sie sich leider schon vorige Woche mit dem oben angeführten Traum angekündigt. Daher schreibe ich auch sehr viel, in den letzten Tagen, denn das hilft einigermaßen. Ich bekomme die Gedanken aus dem Kopf, wenn ich sie aufschreibe. Gereiztheit, Übelkeit, Schwindel und Angst in bestimmten Menschenansammlungen sind die Symptome, die mir dann mehr oder weniger den Advent vermiesen. Bei diversen Veranstaltungen habe ich mit Menschenmassen kein Problem, obwohl ich sie seit Jahren auch schon meide. Aber nicht aus Angst, sondern weil ich mich an ruhigen, schönen Orten ohne Rummel und Action einfach wohler fühle.
Heute bekam ich im Gedränge der U-Bahn schon keine Luft, dafür aber ein mulmiges Gefühl und leichter Schwindel machte sich bemerkbar. Die Gedanken kamen und gingen immer schneller und ich war froh, als ich am Ziel endlich aussteigen, bzw. mich irgendwie hinaus wursteln konnte, obwohl sich beim Öffnen der Tür die Einsteigenden schon herein drängten, als gäbe es in diesem Waggon ein kostenloses Weihnachtsgeschenk. Auf der Mariahilfer Straße wurde es dann wirklich entsetzlich. Unzählige Menschen, Weihnachtsstände, blinkende Werbungen, Musik, Punsch und ein Rummel, als wäre die ganze Straße ein Weihnachtsmarkt. Bei Veranstaltungen verhalten sich die meisten Menschen recht ähnlich und die zähle ich als einen und richte meine Aufmerksamkeit nur auf diejenigen, die sich irgendwie auffällig in dieser Menge verhalten. Aber bei Weihnachtseinkäufern bin ich total überfordert, denn alle verhalten sich seltsam und mir kommt es so vor, als wäre ich ein Fremder, ein anderes Wesen, der nicht hier her gehört. Ich bekomme nicht mit, ob jemand freundlich, unfreundlich oder gar gefährlich wirkt, weil mich zu viele bedrängen und schon sind sie vorbei. Plötzlich schaut mir ein Weihnachtsmann mit lautem hohoho in die Augen und hat seine Nase ein paar Zentimeter vor meiner. Ich könnte schreien und davon laufen, wenn ich könnte, denn man kommt nicht durch. Es gibt keinen freien Fluchtweg. Das Schwindelgefühl wird stärker und ich bekomme Angst in Ohnmacht zu fallen, um dann von der Packerlhorde womöglich zertrampelt zu werden. Die bekommen dich in ihrem Kaufrausch doch gar nicht mit, denke ich mir und überlege, ob ich jetzt wirklich zum Taijiquan-Training gehen kann, oder ob es vernünftiger wäre, schnell nach Hause zu flüchten, mich ins Bett zu verkriechen und abzuwarten, bis der Wahnsinn vorbei ist. Ich entschied mich trotzdem für das Training und nach 15 Minuten war ich wieder halbwegs in Ordnung. Nach dem Training war ich völlig fit, habe viel dazu gelernt und die inzwischen etwas gelichtete Menschenmenge störte mich überhaupt nicht mehr. Ich konnte am Weg nach Hause sogar schon einen entgegen kommenden, gehetzt wirkenden Vielpackerlträger zulächeln. Doch auf der Rolltrepe zur U-Bahn drängt sich auf den letzten Stufen noch eine Dame vorbei und rempelt mich heftig an, weil sie es offenbar sehr eilig hat, obwohl kein Zug in der Station war und auch keiner einfuhr. Plötzlich bleibt sie stehen und versperrt mir den Weg. Ich musste näher an sie heran, um an ihr vorbei zu kommen und hinten drängten schon andere nach. Da drehte sie sich auf einmal um und blickte mich an, als müsste sie ihr Leben gegen mich verteidigen. Mit sanftmütigen Lächeln, dezent natürlich, denn die geringste Überteibung hätte sie womöglich noch provoziert, machte ich mich so dünn wie möglich und drückte mich auch so unauffällig wie nur möglich an ihr vorbei. Schlenderte dann ganz unbeteiligt ohne mich umzusehen bis ans andere Ende der Station. Ende gut, alles gut – vielleicht habe ich es für dieses Jahr schon wieder überstanden, aber zur Sicherheit meide ich trotzdem die beliebten Einkaufsstraßen und Weihnachtsmärkte, wann immer es mir möglich ist.

Was ich nachsehen musste:
schwindelig
Kommasetzung bzw. Kommaregeln
Präpositionen mit Dativ canoo.net ist eben genial 😉
woxikon

Bildquelle: hpyworld.blogspot.com