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Tai Chi ist mir zu langsam zur SV – LOL

„Kennt jemand einen anderen Kampfsport, weil mir Tai Chi zu langsam ist zur Selbstverteidigung“ las ich unlängst in einem Forum.

Ich will ja niemanden zu nahe treten, aber so einen halblustigen Blödsinn habe ich auch noch selten gelesen. „Tai Chi“ ist gar nichts, außer zwei transkribierte chinesische Wörter, die übersetzt etwa der höchste Punkt (Pool….) bedeuten und sonst gar nichts. Wenn mit „Tai Chi“, aber Taijiquan oder Tai Chi Chuan (englisch) gemeint sein soll, dann kann keine ähnliche Sportart gesucht werden, denn traditionelles Taijiquan ist sicher kein Kampfsport (beim Sport gibt es Wettbewerbe, Punkte usw), sondern eine innere Kampfkunst, die absolut alles andere als langsam ist. Ich möchte sogar behaupten, dass Tai Chi Chuan Meister schneller sind, als alle anderen Kampfkünstler, die ich aber sicher nicht mit Kampfsportlern gleichzeitig nennen möchte. Schneller deshalb, weil sich ein Muskel nach den Gesetzen der Physiologie zuerst entspannen muss, bevor er sich für eine bestimmte Willkürbewegung anspannen kann, wie es bei den äußeren Kampfkünsten, auf niedrigem Niveau zumindest, der Fall ist.
Über die Naturgesetze und physiologische Fakten wird man sich kaum hinwegsetzten können, aber wer Taijiquan für langsam hält, nur weil langsame und sogar extrem langsame Bewegungen eine Übungsmethode sind, (ja sogar langes stehen in der Stehmeditation ist eine wichtige Taijiquan Grundübungen, also überhaupt keine sichtbar Bewegung) dem kann ich sicher nichts über Taijiquan erzählen, denn der hat absolut keine Ahnung wovon er spricht und offensichtlich auch kein echtes Interesse.

Wer Selbstverteidigung nötig hat, sollte sich vielleicht einen Waffenpass zulegen, oder sich zumindest einem System zuwenden, dass dafür geeignet ist, wie Krav Maga oder unzählige andere Systeme, die Selbstverteidigung anbieten und in ihrem Programm haben. Empfehlen würde ich meinen Freunden aber eher, dass man gefährliche Situationen wenn möglich von vornherein meidet und sonst vor allem sein Herz und Hirn einstetzt, statt seine Muskeln für den Kampf zu trainieren.

Aikido wird in diesem Zusammenhang auch gerne erwähnt, allerdings handelt es sich dabei ebenfalls um eine innere Kampfkunst und somit kann man schon mit vielen Jahren täglichem Training rechnen, bis man damit Erfolg haben kann. Vorher ist es zur Selbstverteidigung meiner Meinung nach völlig wertlos und höchstens gefährlich, wenn man im falschen Glauben lebt, dass man sich bei einem Angriff wehren könnte und womöglich etwas gerade im Dojo gelerntes versucht, statt weg zu laufen. Ja und selbst nach jahrelangem, täglichen Training sollte man bedenken, dass in Aikido immer nur Standardsituationen eingeübt werden. Wenn man von einem wild gewordenen Verrückten auf der Straße angegriffen wird, so wird dieser aber vielleicht nicht die rechte Hand zum Angriff heben und dabei das rechte Bein vorne haben usw., sondern wahrscheinlich völlig irrational und unorthodox, gemeingefährlich, rasend und unberechenbar sein. In so eine Situation werde ich hoffentlich nie kommen, aber wenn es doch geschehen sollte, dann möchte ich eigentlich nur eines – irgend eine Fluchtmöglichkeit.

Spirituelles Wundang Tai Chi Chuan

ein taoistischer taijiquan meister namens chen und ein bergsteiger (wahrscheinlich nicht Messner) standen vor dem abgrund am höchsten gipfel der welt – eine sturmböe stieß beide in die tiefe – beide wussten, dass ihre letzten sekunden angebrochen waren. chen und der bergsteiger stürzten in die tiefe – der bergsteiger hatte todesangst und war absolut (nach menschlichen ermessen) verzweifelt und chen war aufmerksam – sie stürtzten den fels hinunter – chen sah eine eisblume am felsen und dachte: „welch wundervolle welt, so etwas schönes“ – tod. der bergsteiger meinte nichts und war noch 2 sekunden und 48 hundertstel sekunden und 273 tausendstel sekunden in todesangst verkrampft.
Wenn ihr die Sekunden aufs Leben extrapolieren könnt, liebe Leute, dann wisst ihr, was Tai Chi Chuan ist, meine ich, der glückliche Taijiquan Lehrling.

Was hat das jetzt mit Wundang zu tun?
Eigentlich nichts, außer dass Taijiquan auch als das Gebet der Taoisten bezeichnet wird und das sie die „Erfinder“ von Taijiquan sind. Das ist zwar vielfach belegt, wird aber gerne verleugnet, so wie es eben bei allem, was wirklich gut und wertvoll ist, der Fall ist.
dadaichmussüben

Taijiquan: Die Hände zurückziehen und stoßen

Yin Yang

Yin Yang Symbol

Zurück zur Übersicht der Yang Style 24er Pekingform bzw. zur 37er Form nach Cheng Man Ching
Figur 15 bzw. 22) Die Hände zurückziehen und stoßen
Zur dieser Figur siehe auch Vorderansicht, Seitenansicht, Schritte und Zeichnungen.
Da mein Notizblog schon recht häufig mit dem Begriff „Tai Chi“ oder Taijiquan gefunden wird, sei hier noch einmal betont, dass ich mir nur Notizen machen. Hier erklärt kein Meister wie es gehört, sondern hier versucht ein Schüler die Figuren zu erlernen und ich erleichtere es mir ein wenig, indem ich mir hier Notizen mache und Material zu dem Thema sammle, aber ich glaube, dass hätte jeder auch ohne die Betonung selbst gemerkt. 😉
In der 37er Form und die erlerne ich gerade, kommt nach „blocken, abwehren, Schritt und Fauststoß“ also Die Hände zurückziehen und stoßen, was ungefähr wie folgt aussieht.
Die linke Hand dreht mit dem Daumen als Angelpunkt unter dem rechten Ellbogen, die rechte Faust öffnet sich. Die linke Hand kommt unter den rechten Ellbogen vor und streift den rechten Arm entlang mit der Handfläche zum Arm, als ob man einen Haltegriff abstreifen würde. Zurücksetzen, von den Händen weg, das Gewicht nach hinten verlagern (in der 24er Form dabei die linke Fußspitze anheben, dann das Gewicht auf das rechte Bein verlagern) und wie beim „Vogel am Schwanz fassen“ . An: stoßen:
Sich aus dem vorderen Fuß nach hinten drücken, wobei die linke Hand über die rechte rutscht und dann werden die Hände nach hinten und bogenfürmig auseinander gezogen, als würden sie über einen Ball gezogen werden. Wenn die Hände auf Schulterhöhe kommen (abwinkeln der Arme) und die Ellbogen knapp vor den Rippen ankommen folgt eine Kraftwelle und die Finger steigen, die Ellenbogen entfernen sich etwas von den Rippen und Hände nähern sich einander in einer Dreiecksform. Schließlich sinkt man wieder in den vorderen Fuß.
Taijiquan: Die Hände zurückziehen und stoßen weiterlesen

Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis

Ich habe wieder einmal einen Artikel zu „Tai Chi Schritte“ aufgespürt:
Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis für schöne und gesunde Beine
Tai Chi im Park
Das Tai Chi Bild ist die Vorstellung von alten Menschen in China, die im Park ihre merkwürdigen langsamen Bewegungen tanzen. Ein wichtiger Teil dieser Bewegungen ist die so genannte „innere Arbeit“ im Tai Chi. Für einen sicheren, festen Gang werden nicht nur die Beine bewegt, sondern auch die Vorstellungskraft.
Modernes Laufen = Falsches Laufen?
Laufen bringt man sich selbst bei – oder besser: … weiterlesen auf Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis
In dem angeführten Artikel findet man auch folgendes, hervorragende Video:
Internal Discipline in Tai Chi Walk

Übungen aus dem Taijiquan Anfängerkurs

Nach dem Taiji-Qigong Kurs folgte die 2. Stunde im Taijiquan Kurs Taijiquan A1 und dazu möchte ich mir ebenfalls zwei Übungen notieren. Auch diese Nachricht werde ich nächsten Montag korrigieren, da ich mir die Übungen nur teilweise gemerkt habe. Bevor ich eine Lockerungsübung und die Grundbewegungen der Kurzform näher beschreibe, möchte ich ein Zitat von der Seite des Tai Chi Vereins Shambhala anbringen:

Im Shambhala sind wir dem System von Meister Huang Xingxian (1910-1992) verpflichtet. Dieses System besteht im Grunde aus drei verschiedenen Stilen. Während seiner Jugend lernte Huang das Baihequan, den daoistischen Stil des weißen Kranichs seiner Heimat Fujian, gemeinsam mit dem Luohanstil, einem sehr alten Shaolinstil. Später erlernte er Taijiquan von Zheng Manqing. Huang Xingxian verstand es, alle drei Stile zu einem einzigartigen System zusammenzufügen und so neue Synergien zu nutzen.

Auf oben angeführter Seite findet man auch recht interessante Texte von Niki Deistler, dem Kursleiter. von den Texten, die als pdf angeboten werden habe ich einmal
„Eine kleine Taijireise – Tipps, Tricks und Einsichten (oder die daoistische Kunst ein Räuber zu werden)“
und “ Teil 1: Wie man einen Unsterblichen fängt“ gelesen und ich kann sie nur weiter empfehlen. Besonders lustig finde ich die „Mischung aus Musikantenstadel und Stille Post“ und eine Anmerkung von Meister Lu möchte ich noch anführen: “ Auch wenn du nicht am Kämpfen interessiert bist, aber gut trainiert hast und du kommst in so eine Situation oder hast einen Unfall, dann wirst du sie viel besser überstehen, denn dein Körper ist weich und widerstandsfähig.“
Die Texte sind hier als pdf erhältlich.

Lockerungsübung 1 (nach Huang Xingxian):
Im schulterbreitem Stand (Außenseite der Füße sind parallel) sehen, Wirbelsäule möglichst gerade, Schultern entspannt, die Arme seitlich angehoben.
Man sinkt in das rechte Bein dabei kommt die rechte Hüfte nach vor und der rechte Arm schwingt vor dem Körper bis zur Achsel und der linke nach hinten. Wegdrücken vom Boden, die Hüfte dreht nach vorne die Arme steigen und dann sinkt man in das linke Bein, wobei nun der linke Arm vor dem Körper schwingt und der rechte hinter dem Körper.
Also: steigen – drehen der Hüfte diese nimmt die Arme mit – sinken!

Wichtig: Hüfte, Knie und Fuß bilden eine Linie, die Hüfte darf nicht hinaus hängen und das Knie nicht hinein knickt.
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