Last Updated on 20. Oktober 2024 by Helmut Hirner
Unlängst regte sich im Supermarkt ein Kunde fürchterlich auf, weil es keinen Strudelteig gab. Ich dachte mir: „was macht der mit einem Strudelteig, der hat keine Ahnung vom Backen und Kochen. Ein Strudelteig ist doch wirklich das Einfachste.“ Ginge es um Blätterteig, würde ich es verstehen, denn der ist mir auch zu arbeitsaufwendig, den kaufe ich lieber fertig.

Also, Mehl, Öl und Wasser kneten – ausrollen und auseinander ziehen – Fülle rein – fertig. Davon angeregt wollte ich nach vielen Jahren wieder einmal einen Apfelstrudel machen.
Um Himmels Willen, der wurde ja steinhart und ich assoziierte damit ein mit Äpfel verstopftes Abflussrohr!
Okay, auch einfache Dinge kann man anscheinend total verhauen, also fragte ich einfach meine Mutter, denn die macht schon immer einen guten Strudel.
Jetzt weiß ich es: glattes Mehl mit Öl, einer Prise Salz, einen Spritzer Essig und lauwarmen Wasser zu einen Teig kneten. die Kugel einölen und 1 bis 2 Stunden rasten lassen. Hauchdünn ausrollen und ausziehen (man muss durch den Strudel eine Zeitung lesen können heißt es).
Dann mit Butter bestreichen, füllen und backen.
Ich habe mir noch überlegt, dass ich karamellisierte Semmelbröseln (Zucker, Butter Semmelbrösel rösten, wie für Marillenknödel) drauf streue, bevor ich die Füllung darauf gebe.
Füllung: klein geschnittene Apfelspalten, Zucker, Zimt, Zitronensaft, in Rum getränkte Rosinen und ebenfalls etwas von den karamellisierten Bröseln. Strudel formen und dann noch einmal mit Butter bestreichen. So, jetzt muss ich meine Ehre wieder herstellen, ich hoffe der nächste gelingt. 😉
Der sieht wirklich lecker aus
So einen werde ich auch versuchen, daher seine Zutaten für 5-6 Portionen:
Strudelteig:
– 200 g glattes Weizenmehl
– ca. 50 g lauwarmes Wasser
– 15 g geschmacksneutrales Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl)
– Spritzer Essig
– 1,5 g Salz (etwa 1/4 TL)
– 1 Ei
Nach meinen Erfahrungen nehme ich nun gut 200 g glattes Mehl, soviel lauwarmes Wasser wie der Teig braucht, weniger als im Rezept und einen Schuss Essig, etwas Öl, Salz und ein Ei.
Füllung:
– ca 4 bis 6 Äpfel ungeputzt, etwa 700 g geschält und ohne Kerngehäuse
– 50 g Rosinen in Rum getränkt
– 50 g Walnüsse
– 50 g Semmelbrösel
– 60 g Zucker
– 1 TL Zimt
– Zitronensaft oder -zeste (halbe Zitrone)
– 60 g Butter
– etwas Puderzucker zum Bestäuben
Ich nehme weniger Äpfel als im Originalrezept ( 4 bis 6 je nach Größe), außerdem etwas Nüsse, Zitronenzeste, sonst wie oben, aber die Brösel rösten ich mit Zucker und Butter an und lasse sie leicht karamellisieren (wie für Marrillen- oder Zwetschkenknödel).
Gebacken wird mein Apfelstrudel bei 200°C Ober-/Unterhitze für etwa 35 Minuten (stelle mir den Timer auf 30 und wenn er nach einer halben Stude noch ganz blass ist, bleibt er noch 5 Min im Rohr).
Am besten serviert man den Apfelstrudel lauwarm, mit Puderzucker bestäubt. Sehr gut dazu passt einfach eine geschlagene Sahne, Vanilleeis oder auch Vanillesauce.
Mit lauwarm meine ich nicht bevor er ganz abgekühlt ist, denn ich finde er ist nach ein paar Stunden besser. Wenn ich ihn warm möchte, gebe ich ihn vor dem Servieren 30 Sekunden in den Mikrowellenherd.
Weblinks:
Apfelstrudel
Habe dazu auch „gegoogelt“, wobei mir die merkwürdigsten Rezepte unterkamen: Wiener Apfelstrudel also „glattes“ Mehl für einen Strudel klingt sehr befremdlich für mich und „Mandeln“ – naja, möglich ist es, aber ich verzichte gerne darauf.
Alt-Wiener Apfelstrudel finde ich gut.
Übrigens: Apfelstrudel eignet sich ausgezeichnet um eingefroren zu werden
Meinen habe ich nicht fotographiert daher die Bildquelle: von Ludek – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0