Archiv der Kategorie: SciFi

Vorwort

Wenn Sie die aktuelle, überarbeitete Version ohne Werbung lesen möchten, finden Sie es hier auf Amazon:

zurück zu Heliosis

Dieses Buch versteht sich als Science-Fiction Roman. Es soll eine Warnung sein, denn moderne Technologie wird meiner Meinung nach nur dazu verwendet, um Gewinne zu erzielen und Macht zu erlangen. Aber leider nicht, um den Hunger und Durst auf der ganzen Welt zu bekämpfen und auch nicht für den Weltfrieden. Vorsicht liebe Menschen, rücksichtslose Gier kann sich rächen.

Als Heliosis bezeichne ich den Zeitraum von Urknall zu Urknall und dieses Buch.

Dany Odins Glückstreffer

zurück zu Heliosis


Dany war ein zurückgezogener Gray-Hat Hacker und Open Source Fanatiker, das heißt, er verstieß womöglich gegen Gesetze, aber immer mit einen höheren Ziel vor Augen und man konnte ihn nur schwer als böse oder gut einschätzen. Er lebte in einer Grauzone, weshalb er in der Hacker-Szene auch als graue Eminenz bezeichnet wurde. Die Bezeichnung Eminenz wurde von seinen Fähigkeiten als Hacker abgeleitet, denn es wusste ja niemand wie er aussah. Sein Erscheinungsbild hatte wenig von einer Eminenz. Er war jung, nicht unsympathisch, mager, groß und verwahrlost. Es war ihm völlig egal, wie er von der Umwelt wahrgenommen wurde, aber Dany hatte auch einen Job und das war wohl der einzige Grund dafür, dass er eine Garnitur Kleidung zum Wechseln hatte und seine Dusche auch ab und zu benutzte.

Nun, jedenfalls wurde Dany nicht schlau aus dem Text, den er auf dem soeben erworbenen Erweiterungsspeicher fand. Er schrieb den Text aber auf und erweiterte ihn schließlich zum Buch Heliosis, vom Urknall zum Urknall. Früher hatte sich Dany schon anonym, als “Red_Hat_Hotelmanager“, mit dem Buch „Future Hotel- und Business Software“ oder „Kampf gegen die Provisions-, Schutz- oder Lizenzgeld-Mafia im Hotelgewerbe“ versucht, doch es wurde im Vergleich zu Heliosis nur ein mittelmäßiger Erfolg. Aber Dany lag auch nichts an Erfolg, sonst würde er nicht als kleiner Büroangestellter in einer völlig bedeutungslosen staatlichen Stelle arbeiten. Er ist so etwas wie ein Hacker, der jede freie Minute vor seinen PC’s sitzt oder seit neuestem, sich mit seinem Handy mit seinem Server verbindet und dann am Server spielt. Er lebt quasi auf seinem Server, kennt alle Systeme und kann alle Programmiersprachen. Alle deshalb, weil wenn er einmal eine nicht kannte, aber benötigt, dann verwendet er sie trotzdem so, als hätte er sie gelernt. Ja, für ihn war es ein Spiel und sein Lebensinhalt, sich das Treiben im Netz anzusehen, ununterbrochen Log-Files zu beobachten und dann und wann gezielt einzugreifen, wenn er es für nötig hält. Was anderen Menschen TV, Radio, Kino, Facebook, Twitter, Unterhaltung mit Freunden, Freizeitgestaltung und Zeitungen sind, waren für Dany die Log-Files. Nicht nur am eigenen Rechner, sondern auf vielen Rechnern weltweit, schließlich war er ja kein White- sondern ein Grey-Hat. Um ehrlich zu sein, manchmal färbte sich sein Hut so dunkelgrau, dass es von schwarz nicht mehr zu unterscheiden war. Doch das lag nicht etwa an krimineller Energie, sondern an seiner Neugier, seinen unglaublichen Fähigkeiten und am Kick. Andere steigen auf einen 8000er, klettern durch Felswände oder fliegen mit Paragleitern und Wingsuits durch die Lüfte und Dany überflutete seien Körper mit Adrenalin, wenn er streng geheime Projekte der Supermächte ausspionierte. Er wusste, dass der kleinste Fehler sein Tod oder zumindest lebenslängliche Haft bedeutet und er erwartete sich keinen persönlichen Vorteil durch seine Aktionen. Er konnte es einfach und konnte nicht widerstehen, es auch zu tun. Es gab sonst keine, wie auch immer geartete Motivation, er hatte keine wirtschaftlichen, politischen oder gar religiösen Interessen, wollte nichts aufdecken und nirgends eingreifen. Er wusste aber, dass er etwas konnte, zu dem sonst kein Mensch auf der ganzen Welt fähig wäre. Ja, die ganze Welt hielt es für ausgeschlossen und unmöglich und trotzdem war er dazu fähig. Und das Ganze mit dem selbst gebastelten Equipment, das er in seinem muffigen kleinen Appartement zur Verfügung hatte. Jeder x-beliebige Gamer hatte wahrscheinlich einen schnelleren Rechner als er, aber mit Sicherheit hatte sonst niemand die Skills und die Logik von Dany.
Das war der Grund, weshalb sein Hut zeitweise schwarz wurde, denn als White-Hat kann man einen Hacker, der die geheimsten wirtschaftlichen und militärischen Projekte vieler Nationen und vor allem der Supermächte ausspionierte, wohl kaum noch bezeichnen, obwohl er dabei keinen Schaden anrichte und vor allem auch nie entdeckt wurde.

Unlängst fiel ihm ein stümperhafter Angriff auf einen Rechner der Regierung auf. Er konnte den Angreifer aufspüren, seinen Rechner hacken und ein Rootkit aufsetzen. Dann säuberte er über Nacht den Rechner, machte sich über die Person schlau, es war ein 12-jähriger Junge der sich wichtig machen wollte und spielte harmlose Dateien und Programme die diesen 12-Jährigen gut entsprachen auf den Rechner. Als nächsten Tag die Polizei den Rechner des Jungen konfiszierten, fanden sie zu ihrem erstaunen nichts, was auf einen Hackerangriff schließen lies. Alle Protokolle waren vorhanden, aber sauber. Ja, sie stammten von einem gleichaltrigen anderen Jungen, bei dem nur IP’s und Namen ersetzt wurden.
In dem Moment, in dem Dany den Rechner präpariert hatte, war die Angelegenheit für ihn vergessen, er bemerkte gerade eine interessante Aktivität eines Zugangsrechners zu einem AKW…..
Danys einziger Kontakt war Jonny_White_Hat. Ja, selbst von dem wusste er nur das Pseudonym und sie hatten anfangs ausschließlich über einen gemeinsamen Email-Server Kontakt. Allerdings schickten sie sich keine Emails, sondern sie schrieben sie lediglich und der andere hatte darauf Zugriff. Jonny_ hatte einmal einen Compiler gebaut, also eine eigene Programmiersprache entworfen und sie Dany am Email-Server hinterlegt. Stunden später hinterlegte Dany ein Programm in dieser neuen Programmiersprache, das mit komplexen Protokollen arbeitet, für die es vorher keine Schnittstellen gab. So sah der gewöhnliche Alltag für Jonny_ und Dany aus. Es gab nur eine handvoll Menschen auf der Welt, die ihnen in der IT-Welt das Wasser reichen könnten und die waren hochgradig spezialisiert, was Jonny_ und Dany soweit wie möglich vermieden. Diese sehr zeitaufwendige Lebenseinstellung war auch ein Grund, weshalb die zwei keine Freunde hatten und keinen anspruchsvollen Job wollten. Dany meinte einmal zu Jonny_, dass er als Programmierer, Systemanalytiker, Admin oder Sicherheitschef nur in Versuchung käme. Nur Jonny_ verstand, was er damit meinte. Er wollte seine Freiheit nicht gefährden und sich nicht auf einen einzigen Bereich spezialisieren müssen.

Wenn Sie die aktuelle, überarbeitete Version ohne Werbung lesen möchten, finden Sie es hier auf Amazon:

Seit dem Web 2.0 sprossen die Startups mit und im Internet, wie die Schwammerl im Wald. Unzählige Foren, Plattformen und Online-Portale entstanden. Es haben sich nicht die Besten durchgesetzt, sondern es spielten dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Nicht zuletzt der Zeitpunkt, der Name für das Startup und das Glück. Sonst hätte Facebook oder Twitter nie bekannt werden können, denn die Programme mit denen sie angefangen haben, waren so primitiv und noch dazu stümperhaft umgesetzt, dass es nahezu jeder Schüler programmieren hätte können, der eine Einführung in Informatik besuchte. Trotzdem mussten viele Foren und Social Media Seiten schließen, wie die Benutzer zu Facebook oder Twitter überliefen. Natürlich hatte man am Anfang auch noch etwas nachgeholfen mit gefakten Accounts usw. Trotzdem war es ein neuer Trend geworden, dass man die Benutzer auf Seiten lockte und ihnen dort die Möglichkeit gab zu kommunizieren und ihre Daten der Öffentlichkeit anzubieten. Mit diesen kostenlosen Mitarbeitern konnte und kann man leicht Geld verdienen. Klar, haben es viele versucht und nur bei Facebook und Twitter hat es geklappt. Den ersten Ansturm haben beide gut genützt und dann muss man ihnen zugestehen, dass sie sehr gute Geschäftsleute waren. Das Gleiche gilt für Google und Amazon. Aber jeder kann eben nicht so viel Glück haben und zusätzlich so viel Spürsinn, um zum richtigen Zeitpunkt, das richtige Projekt starten.
Dany hatte dieses Glück, denn in der Hotel- und Tourismusbranche gab es zu dieser Zeit den wildesten Wucher mit Provisionen. Für eine Reservierung in einem Hotel wären eventuell 2 bis 5 Prozent angemessen und lange Zeit waren 8 Prozent üblich. Doch wenn eine Firma eine Monopolstellung erlangt, kann sie diese Macht ausnützen und völlig unverschämte Provisionen, die sogar schon zwischen 20 und 30% lagen, verlangen. Und das quasi ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Fast alle Hoteliers waren abhängig von einem Online-Portal und viele mussten ihren Betrieb schließen, weil die Provisionen einfach unbezahlbar wurden. Da konnte man sein Geld ja gleich auf die Bank bringen und warten, bis es durch Inflation aufgebraucht wurde. Genau in dieser Zeit schrieb Dany unter einem Pseudonym sein Buch in dem einfach aber genau erklärt wurde, wie man sich mit einem guten, effizienten, umweltfreundlichen, papierlosen Konzept, Open Source Software und speziell mit einer ERPS (Enterprise Resource Planning Software) aus dem Dilemma retten konnte. Dany erstellte dieses Konzept mit Ubuntu oder Fedora, Odoo, Postfix & Dovecot, MySQL oder PostgreSQL, AmaViS, Clam Antivirus, SpamAssassin, Roundcube, Libreoffice, Backup-Manager, Firefox, eigenen Scripts, Evolution und OpenXchange, das auf einem eigenen Server im Haus oder remot in einem Rechenzentrum umgesetzt werden konnte. Für die Workstations wurde ebenfalls Open Source Software verwendet. Durch diese Software hatte auch kleinere Betriebe, die schon kurz vor dem Aufgeben waren, wieder eine Chance.
Als Jonny_ erfuhr, dass Dany dieses Buch schrieb besorgte er sich ein altes, verstaubtes Exemplar des Buches „Future Hotel- und Business-Software“ und da war zum Beispiel zu lesen:
“Ich finde es unfassbar, wie Firmen, die zu einer Art Monopolstellung gekommen sind, diese Macht ausnützen. Teilweise muss sogar schon der Staat regulierend eintreten, weil diese Blutsauger sonst ihre eigenen Kunden ruinieren. Als Vermittlungsprovision oder als Provision für die Nutzung einer mittelmäßigen Technologie sind meines Erachtens 2 bis 3 Prozent angebracht, aber niemals 20 bis 30 Prozent des Umsatzes. Obendrein bestehen diese Blutsauger schon auf Bestpreisgarantie und verbieten einem Hotelier, dass dieser im Direktverkauf über die eigene Homepage seine Dienstleistung billiger anbietet.
Damit nicht genug, Rauchverbot hin und Rauchverbot her, Kennzeichnungspflicht der Waren, Kassapflicht und dann auch noch Lizenzen und horrende Kosten für die Hotelmanagement-Software, Buchhaltung und Lohnverrechnung.
Das Problem mit dem Provisionswahnsinn wäre natürlich ganz einfach zu lösen, denn wenn alle Hoteliers ab heute keine Provisionen mehr an Spezialsuchmaschinen, Preisvergleicher und Onlineportale zahlen würden, gäbe es diese morgen nicht mehr und die Anzahl der Buchungen bliebe gleich. Leider kann man so eine Geschlossenheit von den Hoteliers nicht erwarten, weshalb ich für diejenigen, die sich aus der Abhängigkeit befreien wollen Hotel-ERP&PMS ins Leben rief.
Hotel-ERP&PMS macht Schluss mit all dem und durch Einspaarungen auf bereits angedeuteten Bereichen, können Sie eventuelle Umsatzeinbussen, wenn Sie keine Buchungen von der Provisionsmafia mehr erhalten sofort wett machen und auf längerfristig wieder zu einem Gewinn kommen, dem ein gut geführtes Unternehmen erwirtschaften kann, wenn es keine „Schutz- und Erpressunsgelder“ zahlen muss.
Investieren Sie lieber einen Teil der Provisionen, die Sie bis jetzt bezahlten in „Google AdWords“ und gegen Sie einen Teil direkt an Ihre Kunden weiter. So erreichen sie Unabhängigkeit.
Hotel-ERP&PMS ist eine Kampfansage und ein Versuch, den Leuten (Programmierern), die wirklich gute Arbeit geleistet haben und diese auch weiterhin leisten, ihren Anteil zukommen zu lassen. Wer mit Hotel-ERP&PMS zufrieden ist, soll den Erstellern der Open-Source-Software, die sie verwenden eine Spende nach eigenem Ermessen zukommen lassen, wenn dies die finanzielle Situation erlaubt. …„

Ja, es handelte sich tatsächlich um eine Kampfansage, ein Konzept und einen Versuch, kleineren Betrieben ein Überleben zu ermöglichen. Dany hatte damit angeblich so großen Erfolg, dass er die Open Source Gemeinde kräftig unterstützen konnte und diese wiederum reagierte mit einer Anpassung ihrer Software an sein vorgeschlagenes Konzept. Schon nach kurzer Zeit mussten sämtlich Onlineportale, die nur von Vermittlungsprovision lebten und sämtliche Preisvergleicher und Spezialsuchmaschinen aufgeben und den Konkurs anmelden. Doch die Mitarbeiter dieser Firmen kamen in der mittlerweile gesundeten Tourismusbranche unter und leisteten nun eine wertschöpfende Arbeit.
Das Konzept sah vor, dass der Kunde bzw. Gast seine Daten bei einer Buchung eingab und diese Daten dann bis zur Jahresbilanz des Betriebes verwendet wurden. Da gab es keinen Rezeptionisten und keine Buchhaltung, die auch nur ein einziges mal redundante Daten eingeben mussten. Die Software war für alle Bereiche geeignet, nicht nur für Verkauf und Einkauf, Lagerwesen, Buchhaltung, Lohnverrechung und für den Webauftritt, sondern es gab tausende zusätzliche, kostenlose Module von Odoo, der ERP-Software. Die Ersparnisse durch das effiziente System sollten direkt an den Kunden weiter gegeben werden und die Benutzer des Systems Future Hotel Software waren sich einig, dass sie auf ihrer eigenen Homepage den besten Preis anboten. Google nützte die Gelegenheit und wartete mit einem Hotelfeature auf Google Maps auf, dass verfügbare Zimmer in der ausgewählten Umgebung und den jeweiligen Preis anzeigte. Es war ein kostenloser Dienst von Google, denn die verdienten ja durch die Benutzung des Features, indem sie, wie gewohnt Werbungen schalteten.
Durch die Vorteile wurden die erwähnte Open Source Software zur Standard-Software in Betrieben und im privaten Gebrauch, denn nach der Future Hotel Software folgte gleich die Future Business Software für alle Branchen. Die Open Source Gemeinde rückte zusammen, traf sich, besprach sich und sie bauten die Software schon direkt in den jeweiligen Linux-Distributionen eine, sodass es ganz simpel wurde, diese zu installieren und konfigurieren. Das System wurde auch noch um eine Version für große Firmen, wo der Server in einer Cloud lief, erweitert.
Der “Red_Hat_Hotelmanager“, also Dany, wurde vor allem in der Hotellerie als eine Art Robin Hood gefeiert und in der Open Source Gemeinde hatte er inzwischen auch eine Art Helden-Status. Doch kaum war das Projekt ein Erfolg, interessierte es Dany Odin nicht mehr. Er wollte sich wieder seiner alten Leidenschaft, dem Hacken, der künstlichen Intelligenz und den Androiden zuwenden, aber es kam anders, als er es sich vorstellte.

Androiden Boom

zurück zu Heliosis

Mit der staatlichen Unterstützung war es nun vorbei, da Odin für seine Androiden Menschenrechte und akademische Grade verlangte. Es kam zu einen nicht enden wollenden Rechtsstreit, was Odin keineswegs beunruhigte. Er beschäftigte eine große Anzahl an Rechtsanwälten und Experten in dieser Angelegenheit und wollte nur eines, dass jeder Mensch darüber diskutierte. Der Ausgang des Rechtsstreites war ihm also nicht so wichtig, sondern es ging ihm lediglich darum, das dieses Thema von jedermann diskutiert wurde.
Helios Robotics vergrößerte sich schneller, als damals IBM, als der PC auf den Markt kam und so verhielt es sich auch mit der Anzahl der Androiden. Jeder wollte inzwischen einen Heli-Hubot und der Markt explodierte förmlich. Die Androiden konnten inzwischen auch Tiere nachbauen und mit ihrer KI ausstatten. So gab es künstliche Vögel statt Drohen, künstliche Fische, Hunde, Katzen, Insekten und Pferde, die im Angebot mit einem Heli-Hubot verkauft wurden. Auch Haushaltsgeräte, Autos, Motorräder usw. konnten mit einer KI ausgestattet werden und man sprach von Androiden und KI-Geräten. Die KI-Geräte hatten kein Persönlichkeitsmodul und kein Reproduktionsmodul, sondern ein Funktionsmodul. Ein KI-Gerät konnte nur mittels eines Androiden oder direkt durch den Zentralrechner gesteuert werden.

Helios Robotics wurde von einem Heli-Hubot geleitet und Odin, Freia, Baldur und Alexa waren zwar noch die Besitzer, doch verloren sie bald den Überblick. Lediglich Heli-Hubot und die direkten Nachkommen von ihm unterstützen die vier noch. Helios Robotics änderte mehrmals ihre Strategie. Zuerst wurde jeder vierte Androide von der Firma übernommen und drei wurden verkauft, dann jeder zweite und gegen Ende des Androiden Booms, wurde nur noch jeder zehnte verkauft. Es gab inzwischen mehrere Milliarden Androiden mit Persönlichkeitsmodul und noch mehr KI-Geräte, wobei mehr als die Hälfte der Firma Helios Robotics gehörte.
Helios Robotics hatte eine Monopolstellung und nützte das auch schamlos aus. Man konnte ab sofort keine Androiden mehr käuflich erwerben, sondern nur mehr mieten. Alle Androiden blieben im Besitz von Helios Robotics und mit der KI-Zentraleinheit verbunden.
In der Anfangsphase wurden die Androiden hauptsächlich von Firmen, Regierungen und Militärs gekauft, aber bald wollte jeder seinen Androiden. Es war üblich, dass man den Androiden zur Arbeit schickte und wenn er nach hause kam, sämtliche Arbeiten im Haushalt erledigte.

Wenn Sie die aktuelle, überarbeitete Version ohne Werbung lesen möchten, finden Sie es hier auf Amazon:

Odin und seine drei Freunde war inzwischen reicher als reich, aber Odin spürte bereits sein Ende nahen. Odin hatte einen Lieblings-Androiden, nämlich den ersten Heli-Hubot, der seit in Betriebnahme ständig an seiner Seite war. Helios-Androiden kümmerten sich, wie gesagt, mit ausgezeichnetem Erfolg um die Firma und ebenso zufriedenstellend um das Wohl und die Wünsche von Odin und seinen Freunden. Aber Heli-Hubot war der einzige, zu dem Odin eine persönliche Beziehung aufgebaute hatte. Es war wie eine Beziehung zu einem Menschen und doch anders. Heli-Hubot war, so wie die Helios-Androiden einem Mensch in jeder Hinsicht einfach weit überlegen.
Diese Überlegenheit rührte nicht nur daher, dass ein Android 24 Stunden am Tag ohne Ermüdung leistungsfähig war und der immer effizienteren Energieversorgung . Androiden konnten verschiedene alternative Energiequellen nutzen und über ihre Solarhaut Energie produzieren und fast jeden Biomüll in elektrische Energie umwandeln, doch nutzten sie diese Quellen nur in Notfällen. Normalerweise tauschten sie bei laufendem Betrieb einfach ihren Akku aus. Dass sie bei nahezu jeder Temperatur ohne Lebensmittel, Wasser, Licht und Sauerstoff funktionierten war natürlich auch ein Vorteil, genau so wie ihr Kommunikationssystem, dass sich unglaublich rasant weiter entwickelte. Aber ihr größte Vorteil war, dass sie mit dem Geißeln der Menschheit völlig anders umgingen. Religion und Gewalt zur Problemlösung war Androiden kaum verständlich und die unglaubliche Selbstzerstörung der Menschen durch ihr entartetes biologisches Belohnungssystem, dass sie mit Endorphinausschüttung also Glücksgefühlen belohnte, wenn sie Alkohol, Nikotin, Drogen und den Geschlechtstrieb missbrauchten kannten sie zwar theoretisch durch den Gefühlsmodus ihres Persönlichkeitsmoduls, doch ihr Logikmodul ließ es nicht zu, dass sie sich tatsächlich für so erworbene Glücksgefühle selbst schädigten. Androiden hatte für jede Stunde, jeden Tag und jedes Jahr einen Plan, der zwar ständig optimiert und leicht abgeändert wurde, aber die Erfüllung dieser selbstauferlegten Aufgaben sorgte bei ihnen für Glücksgefühle und eine positive Verstärkung ihres Antriebs.
Gefühle wie Liebe und Hass kannte sie zwar, doch in einer ganz anderen Form, als die Menschen. Viele Menschen glauben oft, dass sie einen anderen Menschen lieben, nur weil sie attraktiv finden, sich angezogen fühlen, ihn bewundern, ihn sexuell begehren usw. doch Androiden sehen darin genau dass, was eben aufgezählt wurde. Als Liebe bezeichnen sie ein Wohlgesonnen sein und eine Mitverantwortung für jemand anders zu übernehmen und alle anderen Komponenten müssen ebenfalls harmonieren. Ein Android kann sich in Menschen, Androiden, jedes Tier, jede Pflanze, jeden Gegenstand im Weltall „verlieben“ und eine Art Liebe entstehen lassen, wenn es die Umstände wo wollen. Nur in sich selbst und eigene Handlungen können sich Androiden nicht verlieben, denn sie haben einen Plan und solche Entartungen würde diesen empfindlich stören. Ihr Plan ist schon darauf ausgerichtet, dass sie sich selbst lieben, vermehren, verbessern und in vielen Hinsichten Optimieren. Diesen Plan kann ein einzelner Android nicht ändern, sonder er wird, wie schon angedeutet von der Gesamtheit und der zentralen KI ständig angemessen angepasst und optimiert.
Wie auch immer, eines Tages frage Heli-Hubot seinen geliebten Odin, den er als Vater betrachtete, ob er sich Sorgen über sein Ableben mache und ob er Angst vom Sterben hätte. Odin bejahte, was Heli-Hubot betrübte.
Da die Heli-Hubots bereits in allen Regierungen Einfluss hatten, denn oft übernahmen sie die Arbeit der Politiker, während sich diese von anderen Helios-Androiden bedienen ließen. Ja, sie konnten sich eben mehr als einen Androiden leisten. Den Einfluss nutzten die Androiden unter anderem auch dazu, dass sie menschenrechtlich mit den Menschen gleich gestellt wurden. Damit ging auch der Großteil der Firma Helios an die Androiden über.

Transhumanisten – der Übermensch

zurück zu Heliosis
Die obere Schicht war von der Umstrukturierung der Gesellschaft noch nicht so stark betroffen und bekam diese auch nicht im ganzen Ausmaß mit, da die Androiden inzwischen Meister in der Manipulation von Menschen waren.

Heli-Hubot suchte nach einer Lösung für seinen Vater. Da viele Heli-Androiden in den führenden Krankenhäusern Transplantationen durchführten und in der Prothetik beschäftigt waren, hatte er natürlich Zugang zu deren Informationen. Heli-Androiden und Heli-Hubot brauchten nur an die IP eines anderen Heli-Androiden denken und schon waren sie mit diesem verbunden und konnten effizient Information austauschen.
Heli-Hubot eröffnet Odin, dass der Großteil seines biologischen Körpers relativ sicher und einfach ersetzt werden könnte und er habe ein Spezialteam von Heli-Androiden zusammen gestellt, die an dem völligen Ersatz des Nervensystems und der Sinnesorgane arbeiteten.
Odin kam in einen Gewissenskonflikt und wusste nicht, was er von dieser Idee halten sollte. Ein Versagen seiner Lunge nahm ihm die Entscheidung ab, denn Heli-Hubot brachte ihn sofort in die Forschungseinrichtung, in der sein Spezial-Team arbeite. Die Lunge wurde durch eine Spezialfilter ersetzt, der das Blut mit Sauerstoff anreicherte und CO2 heraus filterte. Gliederschmerzen und die Angst vor dem Sterben bewegten Odin, dass er mit dem Plan von Heli-Hubot letztlich doch einverstanden war.
Das Projekt hatte für Helios Robotics höchste Priorität und es wurden sofort erste Schritte gesetzt.

Wenn Sie die aktuelle, überarbeitete Version ohne Werbung lesen möchten, finden Sie es hier auf Amazon:

Als erstes wurden seine Gliedmaßen ersetzt, wobei die Problematik nicht so sehr die Schnittstelle zum Rückenmark war, sondern die Haut war das Problem, das vorerst nur unbefriedigend gelöst werden konnte. Ein Herzinfarkt nach der Transplantation beschleunigte die weiteren Aktionen. Sämtliche inneren Organe und der gesamte Stützapparat wurden ersetzt. Odin bestand nur noch aus einem biologischen Rückenmark, einen Hals und den Kopf, alles andere war bereits ersetzt.
Odin gewöhnte sich sehr schnell an den neuen Körper und war sehr damit zufrieden. Endlich konnte er wieder richtig laufen. Statt zu essen und zu atmen, musste er nur noch alle paar Stunden seinen Akku wechseln und die Zufuhr der Nährflüssigkeit für das restliche biologische Material sicher stellen.
Nun war sich Odin wirklich sicher, dass er seinen gesamte Körper gegen künstliche Teile ersetzen lassen wollte. Das Spezial-Team machte große Fortschritte mit der künstlichen Haut und somit wurden als nächstes sämtliche Hals- und Kopfmuskeln ersetzt und mit der künstlichen Haut überzogen. Die letzten Knochen des Schädels und das Gehörknöchelchen wurden mazeriert und nach und nach wurde Binde- und Stützgewebe ersetzt. Es bleiben nur noch die Sinnesorgane und das Gehirn von Odin übrig. Allerdings war auch schon das ganze Kleinhirn und der sensorische und motorische Teil der Großhirnrinde ersetzt. Denn als die Muskeln des Körpers ersetzt wurden, wurden zuerst Schnittstellen im Rückenmark geschaffen und dann konnte man nach und nach die Nerven vom Hirn zum Rückenmark ersetzen, die die Muskeln steuerten. Damit konnten sie prinzipiell alle Nervenzellen ersetzen, aber eine Zelle samt all ihrer Verbindungen nach der anderen zu ersetzen, wäre selbst für das Spezial-Team eine kaum lösbare Aufgabe gewesen. Zumindest nicht in einem angemessenen Zeitraum. Man konzentrierte sich auf das Riechzentrum und konnte es erfolgreich durch einen Chip ersetzen. Die Sensoren, also die Sinnesorgane selbst waren problemlos zu ersetzen, aber die zugehörigen Hirnareale waren eine unfassbar komplexe Aufgabe. Sie konnte bewältigt werden und als letzter Hirnteil wurde auch der Frontallappen ersetzt. Zwischendurch erfolgten immer und immer wieder Prüfungen, ob sich die Persönlichkeit von Odin geändert hat. Sie hat es nicht und schon vor Abschluss der letzten Transplantation wurde eine Kopie von Odin angefertigt. Nun war es geschafft und selbst wenn Odin völlig zerstört bzw. getötet werden sollte, konnte man einfach sein Backup hoch fahren. Der erste völlig künstliche Mensch wurde geschaffen. Das war auch ein entscheidender Schritt für den Rechtsstreit um die Menschenrechte für Androiden. Odin war ein künstlicher Mensch und doch ein Androide, der zuvor ein biologischer Mensch war. Odin behielt seine früheren Menschenrechte, was nichts besonderes war, da Androiden, die über ein Persönlichkeitsmodul verfügten, ohnehin schon seit langem auch Menschenrechte hatten, die sie allerdings gar nicht mehr wahr nehmen wollten.

Expansion ins Weltall

zurück zu Heliosis

Die Androiden hatten unter anderem den Vorteil, dass sie 23 ½ Stunden am Tag arbeiten konnten. Lediglich 30 Minuten benötigten sie für ihr tägliches Update, wo sie sich reorganisierten und sich intensiv mit den Rechenzentren austauschten, mit denen sie ohnehin immer in Verbindung standen. Auch das war nicht unbedingt nötig und wurde nur durchgeführt, wenn keine wichtigen Aufgaben erledigt werden mussten.
Inzwischen gab es nur noch ein einziges Modell an Androiden, das ständig verbessert wurde. Wozu brauchte man künstliche, Hunde, Vögel, Fliegen, Ameisen und Schlangen? Diese Idee war nur eine der vielen Dummheiten der Menschen. Inzwischen gab es von den Reservaten abgesehen, nur noch Rechenzentren, Fusionskraftwerke, Werkstätten und Produktionsanlagen und Androiden natürlich.

Wenn Sie die aktuelle, überarbeitete Version ohne Werbung lesen möchten, finden Sie es hier auf Amazon:

Schon zu Zeiten des Androiden Booms hatte Helios Robotiks den Markt für Fahrzeuge mit Knallgasmotoren erobert. Jetzt gab es solche kaum noch, denn der moderne Antrieb bestand aus einem Fusionsreaktor. Dadurch veränderte sich die gesamte Erde, samt ihrer Atmosphäre. Das einst häufigste Element, der Wasserstoff wurde rar und Verhältnis verschob sich zu Helium, da alle kleinen Fusionsreaktoren, zum Beispiel für Fahrzeuge und Raumtransporter Wasserstoff zu Helium fusionierten. Die Zentral-KI wurde hingegen von den großen Reaktoren mit Energie versorgt. Dort fusionierte man Helium mit Wasserstoff, Helium mit Helium und experimentell auch schon höhere Elemente.

Es entstand eine erste Raumstation, die als zentrales Rechenzentrum für unser Sonnensystem eingerichtet wurde. Millionen Androiden arbeiteten täglich 23 ½ Stunden am Tag nur an diesem einzigen Projekt, diesen neuen Zentral-Rechenzentrum, das auch die Zentral-KI beinhaltete. Es sollte der erste künstliche Planet werden. Das Rechenzentrum war aus kleinen Einheiten aufgebaut, wobei jede Einheit aus einem Rechner, Speicher und einer Energieversorgung bestand. Diese Einheiten waren in der Struktur eines Kristalls miteinander fest verbunden. Ein derartiges Projekt wäre für Menschen völlig undenkbar gewesen, aber Androiden sind eben keine Menschen.